Nein zum Boykott israelischer Produkte.

Die Christlich-jüdische Arbeitsgemeinschaft der Schweiz (CJA) verurteilt eine Boykott-Kampagne gegen israelische Produkte, die von prominenten Politikern unterstützt wird. Die Aktion richte sich pauschal gegen Israel und verbreite «einseitige und undifferenzierte Werturteile» über den jüdischen Staat, kritisiert die CJA in einer Medienmitteilung von Sonntag, 26. Juni 2011.

Politische Forderungen, die die Schuld am israelisch-arabischen Konflikt nur einer der Parteien zuschreiben, trügen nicht zu einer friedlichen Lösung bei. Ein Boykott würde zudem verarmte palästinensische Arbeiter treffen, die dank einer Arbeit in israelischen Betrieben ihre Familien ernähren könnten. Die CJA setzt sich ein für Begegnung, Dialog und für Frieden zwischen Christentum und Judentum.

Zum Boykott aufgerufen hat der Schweizer Ableger der internationalen Boykottbewegung Boykott-Desinvestition-Sanktionen, die sich für die Rechte des palästinensischen Volkes einsetzt. Laut einem Bericht von Radio DRS (24. Juni 2011) wird der Aufruf von einem halben Dutzend Nationalrätinnen und Nationalräten unterstützt.

Islamischer Terror: «Legal und legitim»

Am Boykottaufruf beteiligt sind Politiker, die schon früher mit israelkritischen Äusserungen aufgefallen sind. Der grüne Nationalrat Daniel Vischer bezeichnete Israel als «Schurkenstaat» oder sein Parteikollege Geri Müller provozierte dadurch, dass er – als Präsident der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrates – an einer antiisraelischen Demonstration teilnahm. Der sozialdemokratische Nationalrat Andrea Hämmerle sprach von einer «Apartheid der Infrastrukturen» im Gaza-Streifen. Bisher nicht verurteilt haben diese Politiker den Terror der islamistischen Hamas, die das Existenzrecht Israels bestreiten. Nationalrat Vischer vertrat die Meinung, die terroristischen Angriffe gegen die israelische Armee seien «legal und legitim».
Erinnerung an den Nationalsozialismus

Von verschiedener Seite auf Kritik gestossen war vor allem, dass der Aufruf von der Art der Aufmachung her stark an die Nazizeit und die antisemitische Aussage «Kauft nicht bei den Juden» erinnert. Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) bezeichnet die Kampagne als «unsensibel und bedenklich».

Für Vreni Müller-Hemmi als Präsidentin der Gesellschaft Schweiz-Israel ist der Boykottaufruf alles andere als harmlos: «Hinter einer solchen Aktion steckt die Absicht, Israel als Staat die Rechtfertigung zu entziehen. Es handelt sich hier um politische Stimmungsmache, die sicher nicht zu einer Lösung des Nahostkonflikts beiträgt.»

Quelle: www.livenet.ch

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